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Die Burg 1830
Aus dem damaligen Obstgarten (wie auf dem Bild zu sehen ist), gestaltete Hans Freiherr von Berlepsch 1884/85 seinen Vogelschutzpark.

Dabei entfernte er alle Obstgehölze, worüber seine Mutter sehr traurig war.

Seit seiner frühesten Jugend beschäftigte er sich mit ornithologischen Beobachtungen. Seine vielen Studienreisen führten ihn nach Südamerika (Brasilien), Norwegen, Spitzbergen und Italien, wo er sich mehrmals aufhielt.
Diese Reisen brachten ihm grundlegende Erkenntnisse über Lebensraumansprüche und Nistgewohnheiten der Vögel.

Die praktische Umsetzung seiner Ideen führte zur Anpflanzung zahlreicher Vogelschutzgehölze und zur Anlage des Vogelschutzparks Seebach. Er wählte hauptsächlich taugliche mitteleuropäische Sträucher -vor allem Weißdorn- und Bäume zur Anlage erster Vogelschutzgehölze aus.

Zur Ansiedlung von Vögeln in strukturarmen Agrarbereichen unternahm er ebenfalls viele praktische Versuche.

1890 sprach er sich auf dem 2. Internationalen Ornithologischen Kongress in Budapest erstmalig gegen das Vogeltöten in Italien aus. Bereits damals wurden Millionen von Vögeln aller Arten in Südeuropa vernichtet. Die Vögel fielen dem Prestigegebaren der Menschen zum Opfer, wie z.B. eine Feder am Hut zu tragen, einen lukullischer „Gaumenkitzel“ zu haben oder um Jagdfreuden auszuleben.

Nach jahrelangem Studium von Spechthöhlen wurden 1898 erstmalig seine „Berlepschen Nisthöhlen“, die er der Natur nachempfunden hatte, maschinell gefertigt.

In seinem Buch „Der gesamte Vogelschutz....“ hat er all seine Erkenntnisse niedergeschrieben. Er bezeichnete seine Forschungsstätte als "Versuchs- und Musterstation für Vogelschutz Seebach" (in privater Hand).

Am 1. April 1908 wird durch die preußische Regierung seine Einrichtung als erste staatlich anerkannt. Somit durfte er sie nun "Staatlich anerkannte Versuchs- und Musterstation für Vogelschutz“ nennen. Dies war die Geburtsstunde der heute ältesten staatlich anerkannten Vogelschutzwarte Deutschlands!

Am 1.10.1925 Übertrug der Vogelbaron Leitung der Station an seinen Assistenten und Stellvertreter Dr. Karl Mansfeld.

Auf der Grundlage der Naturschutzverordnung von 1936 bekam die Station die Bezeichnung "Staatliche Vogelschutzwarte Seebach".

Nach dem 2. Weltkrieg gehörte die Vogelschutzwarte Seebach u. a. zur Biologischen Zentralanstalt für Land- und Forstwirtschaft, der Akademie der Landwirtschaftswissenschaften, dem Institut für Pflanzenschutzforschung an.

Sie wurde 1991 vom Thüringer Umweltministerium infolge struktureller Veränderungen beim Behördenaufbau als eigenständiges Referat der Thüringer Landesanstalt für Umwelt angegliedert.
Heute ist die Staatliche Vogelschutzwarte Seebach eine Außenstelle der Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie Jena (TLUG).
Zu ihren Aufgaben zählt insbesondere, neben der wissenschaftlichen Arbeit, die fachliche Beratung von Behörden, Verbänden und Privatpersonen in allen Fragen der Vogelkunde und des Vogelschutzes, Umweltbildung und Öffentlichkeitsarbeit, sowie der Betrieb einer Auffang- und Pflegestation.